Man glaubt es nicht

Ich muss mir jetzt mal ein wenig Luft machen. Der Große hat am 05.10. seine ambulante REHA angetreten. Er wird morgens gegen 9.30 h abgeholt und am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Gestern erster Tag. Ein Fahrzeug der Johanniter kommt ohne vorherigen Anruf (es soll 10 Minuten vorher angerufen werden, damit der Patient Zeit hat sich fertig zu machen oder bereits draußen wartet). So war es gestern. Es kam kein Anruf und da wir pünktliche Menschen sind, gingen wir in unserem Weg auf und ab, natürlich mit dem Telefon in der Hand. Um 9.45 h kommt das Fahrzeug. Der Fahrer meint, ich konnte nicht anrufen, sie haben keine Nummer angegeben. Hääää? Ich erklärte ihm, dass ich gefühlte 10 Formulare und Fragebogen ausgefüllt habe und alle mit sämtlichen Daten und Informationen. Das REHA-Zentrum wollte sogar wissen, woran die Eltern vom Großen gestorben sind. (warum? auch immer) Außerdem erhielten wir am Abend vor REHA-Beginn einen Anruf von dort, ob es noch Fragen gäbe und alles okay sei für den nächsten Tag. Da fragt man sich, woher hatte die Dame unsere Telefonnummer? Auf jeden Fall schrieb ich gestern dem Fahrer unsere Telefonnummer auf seine Liste und es konnte losgehen. Der Große schrieb einmal von dort, dass alles gut klappt, die Therapeuten sehr nett wären und der Arzt zufrieden. Auf der Rückfahrt kam das Fahrzeug in einen Stau, so dass er um 18.15 h wieder zu Hause war. Dazu muss man sagen, im Feierabendverkehr nach Mainz rein und aus Mainz raus ist eine Katastrophe. Heute Morgen sitzen wir noch bei Kaffee und Zeitung da klingelt es. Ein junger Mann steht vor unserem Tor. Ahh der Fahrer der Johanniter. Ich gehe runter und er meint, ich konnte Sie leider nicht anrufen. Ich habe keine Telefonnummer. So…….was denkt ihr jetzt? Mir verschlägt so schnell nichts die Sprache, aber ich konnte erst gar nicht antworten und als dieser Satz sich in meinem Hirn verankert hat, platzte es aus mir heraus. Vorher natürlich eine Entschuldigung, denn der brave Student konnte ja nichts dafür. Er war allerdings hinterher auch sprachlos.

Der Große meinte dann, auf jeden Fall sind die Anwendungen sehr gut und ich freue mich auf den heutigen Tag, da ist es mir egal, wie die an der Anmeldung arbeiten. Schon gut, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, aber in mir brodelt es ganz gewaltig. Wir waren selbst ein Arbeitsleben lang Büromenschen, die zuverlässig und ordentlich gearbeitet haben, oft auch den Boppes aufgerissen, wie man heute so sagt. Das wäre uns mit Sicherheit nicht passiert und wenn dann nur einmal.

 

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Essen auf Rädern

gab es heute Mittag bei uns. Im Gasthaus unseres Sport- und Turnvereins gab es heute

Rinderroulade mit Rotkraut und Kartoffelstampf, vorher ein Süppchen, dazu Salat und als Nachtisch Rote Grütze mit Vanillesoße

das ganze für 8,90 € pro Person. Ich esse unheimlich gern Roulade mit Rotkraut. Da der Große ja noch nicht so richtig bequem überall sitzen kann, habe ich auf dem Weg zur Physio schnell nachgefragt, ob ich das Essen auch to go haben kann. Natürlich, war die Antwort. Wir packen alles schön ein. Gegen 13.00 h bin ich losgefahren und habe diese Köstlichkeiten in  meinem „Rotkäppchen-Korb“ verstaut. Der Große saß schon am Tisch und scharrte mit den Hufen. Man war das lecker und was für eine Riesenportion. Die Suppe, den Salat und den Nachtisch gibt es zum Abendessen. Das haben wir gar nicht geschafft. Jetzt haben wir uns ein Mittagschläfchen verdient.

PS: nur mal so zur Info – diese Nacht ging es viel besser mit der Schlaferei. Halleluja

 

Was für eine Woche

Die 39. KW 2017 war eine sehr aufregende. Am 25.09.2017 wurde der Große operiert. Er bekam ein neues Hüftgelenk, und zwar links. Nun sind beide Hüften mit Ersatzteilen versehen. Die OP verlief ohne Komplikationen und er war ruckzuck aus der Narkose erwacht. Als ich um 15.00 h ins Krankenzimmer kam, saß er im Bett, als hätte man ihn nicht drangenommen. Begrüßung: „Da bist du endlich. Ich habe Hunger und warte auf die Kaffeestückchen“. Na prima, fängt ja gut an. Ich dachte eigentlich, ich könnte in dieser Woche einiges erledigen. Irgendwie ist die Zeit an mir vorbeigeflogen und plötzlich war sie rum. Meine Nächte waren nicht so gut, da allein im Haus. War immer froh, wenn es hell wurde. Kaffeetrinken, Zeitung lesen, Bad und anziehen, wie immer. Ein wenig Haushalt, Mittagessen vorbereiten oder vorkochen (für schlechte Zeiten). Ein wenig ruhen, telefonieren und gegen 14.30 h ins Krankenhaus bis ca. 17.30 h. Nachmittags noch einmal schnell Garten, damit die Biotonne bis zur nächsten Leerung nicht leer bleibt, immer wieder telefonieren und Freunde und Familie benachrichtigen. Einmal bin nach dem Krankenhaus zur Firma Adler gefahren. Hatte von dort 3 Gutscheine. Was ein Lauf. Ich ging durch den Laden und packte alles in mein Körbchen – gefällt mir – gefällt mir usw. dann Umkleide, von 7 Teilen konnte ich 5 mit nach Hause nehmen. Happy. Am Donnerstag lud ich zwei sehr gute Bekannte anlässlich meines Geburtstages zum Mittagessen ein. Was hatten wir drei einen Spaß (ohne Handy bzw. Smartphone). Dann schnell Blumen heimgebracht und wieder ab in die Klinik. Komme mit Kuchen ins Zimmer, da sitzt der Große und hat schon einen Teller mit Pflaumenkuchen vor sich. Die Frau seines Zimmernachbarn hatte gebacken und die Männer versorgt. Ich bekam auch ein schönes Stück davon. Meinen Kuchen nahm ich wieder mit, den gab es dann am Freitag, da habe ich ihn schon wieder nach Hause geholt. Wir versuchen uns auszuruhen, essen, ein wenig Gymnastik, draußen auf und ab gehen und wieder ausruhen. Die Nächte sind nicht sehr erholsam. Große Wund- und Knochenschmerzen, ein Riesenbluterguss im Bein. Wie sagt man so schön, da muss er jetzt durch. Am Donnerstag beginnt die ambulante REHA in Mainz. Er wird morgens geholt und nachmittags wieder heim gebracht. Da werde ich mal meinen Garten weiterhin auf Vordermann bringen. Es ist nicht mehr viel zu tun, aber ich habe ja nun keine Hilfe, allerdings kann ich mal ein paar Stunden dranbleiben, ohne auf die Uhr zu schauen.

Die Papa/Opa/Uropa-Gedächtnis-Rose

ist da. Sie hat ihren Platz in unserem Garten schon eingenommen. Heute kam auch der gewünschte Obelisk. Da er in Folie anstatt in einem Karton angeliefert wurde, habe ich ihn gleich ausgepackt (obwohl der Geburtstag ja erst nächste Woche ist) und wir haben ihn an Ort und Stelle gebracht. Es sieht so schön aus. Die Nachbarin kam gleich mal raus schauen, was wir da treiben und freute sich mit uns. Sie meinte, wenn sie im nächsten Jahr auf der Terrasse sitzt, hat sie auch etwas davon. Da müssen die Stangenbohnen an anderer Stelle wachsen.

170920 Opa Gedächtnisrose.jpg

Für unseren Garten

Mit einer Kondolenzkarte für meinen Vater bekamen wir ein Geldgeschenk, um in unserem Garten etwas zu pflanzen, was uns Freude macht und an ihn erinnert. Er mochte unseren Garten. Nicht die Arbeit darin, aber auf der Terrasse sitzen, lesen, Kreuzworträtsel raten und gemütlich ein Bier trinken, oder auch Rummykub spielen. Nun sind seit der Beisetzung knapp drei Wochen vergangen und der Alltag ist so gut wie, wieder eingekehrt. Ich möchte wieder einen Rosenstock in unserem Garten haben. Unsere Tochter war vor ein paar Jahren sehr sauer, als wir alle Rosen aus dem Garten verbannten. Sie waren sehr alt und hatten alle eine Krankheit, die Läuse waren ja noch das wenigste. Auf jeden Fall habe ich eine wunderschöne Rose entdeckt, und zwar hat plattlandtage ein wunderschönes Profilbild in ihrem Smartphon. Diese wunderschöne Rose heisst Marie Curie und sieht so aus:

ausgeliehen aus dem WWW.Rosenhof-Schultheis.de

Sie sieht wunderschön aus und duftet wunderbar. Da wir in absehbarer Zeit nicht mehr zu diesem Rosenhof gelangen, habe ich mir meine Wunschpflanze bestellt. Sie wird Ende Sept/Anfang Okt. geliefert. Ich freue mich riesig darauf. Schmücken werden wir diesen Platz mit einem Obelisk. Den wünsche ich mir zum Geburtstag. Ich habe ein Glück, der ist nämlich Ende September. Sobald alles da ist, werde ich berichten.

Surprise

Wie man ja weiß, geht der Große mittwochs mit seinen Tennisjungs zum Mittagessen, wenn nichts dazwischen kommt. Und jeden Mittwoch stellt er mir die selbe Frage: „Was isst du denn heute Mittag.“ Jeden Mittwoch die selbe Antwort: „Weiss ich noch nicht.“ „Du wirst schon was finden.“ Ja genau, wo findet man denn ein Mittagessen? Bevor ich mich an die Gartenarbeit machte durchstöberte ich die Kühltruhe und fand eine Tupperdose mit Soße und eine mit Nudeln. Prima, dachte ich mir. 2,5 Stunden Gartenarbeit und plötzlich wurde es dunkel, ein Ausläufer von Harvey zog über unser Grundstück und hätte mich fast weggeweht und ein paar Tropfen Regen waren auch dabei. 13.00 h , genau richtig für mein Mittagessen. Beim Wärmen der Soße stellte ich fest, dass noch etwas anderes in der Tupperdose vorhanden war, nämlich eine dicke Scheibe Spießbraten. Dazu noch schnell einen Gartensalat und die Nudeln und ich hatte ein wunderbares Essen. Hmmm, lecker wars. Als der Große heimkam und mich beim Essen entdeckte, meinte er „das hätte ich auch gern gegessen“ und grinst. Ich lasse mich gar nicht ablenken und verspeise genüsslich mein „gefundenes Mittagessen“. Der Herr des Hauses musste natürlich ein Mittagschläfchen machen, Essen gehen macht ja so müde. Ich setzte meine Gartenarbeit fort, es schienen nämlich mehrere Sonnen vom Himmel. Noch einmal 3,5 Stunden. Aber nun sieht es wieder einigermaßen manierlich aus. So ein paar Wochen nichts machen, tut nicht gut. Aber es ging nunmal nicht anders. Und nach so einem Essen, war ich fit und gestärkt.

Traurige Gedanken

habe ich heute Vormittag mit dem Kochen einer Kürbissuppe vertrieben. Ich bin ja nicht so der Freund von Kürbis (außer den bemalten, die man vor die Haustür legt). Bedingt durch meinen „Liebslingsnachbarn“, der mir im Mai eine Kürbispflanze vorbeibrachte, liegen nun ein paar der Hokaidokürbisse in unserem Hof. Der Große mag gern Kürbis essen. Er muss dabei immer an den gefüllten Pumpkin in Australien denken. Dazu fällt mir allerdings nichts ein, mir hatte der nämlich nicht geschmeckt. Nun gut. Ich tat ihm heute Morgen den Gefallen und kochte aus 2 kleinen Köpfen eine Suppe. Das Rezept bekam ich aus dem WWW.  Die Zutaten hatte ich alle im Haus.

Hokaido, Karotten, Zwiebeln, Kartoffeln, Brühwürfel, Kokosmilch, Pfeffer, Salz und Ingwer.

Die Mengen habe ich frei „nach Schnauze“ variiert, da ich keine Lust hatte, alles genau abzuwiegen. Kürbissuppe.jpg

Die Zwiebeln werden in Butter angedünstet (ich habe Butterschmalz genommen), dazu kommen die Karotten, der Kürbis gewürfelt, die Kartoffeln und man lässt alles ein wenig dünsten. Dann die Brühe aufgießen (bis das Gemüse bedeckt ist) und alles ca. 20-30 köcheln lassen. Das Ganze pürrieren, mit Salz, Pfeffer, Knobi, ein paar Sweet-Chiliflocken abschmecken. Zum Schluss eine Dose Kokosmilch einrühren und den Ingwer mit einer feinen Reibe in die Suppe geben (hier Vorsicht, dass es nicht zu scharf wird). Als die Suppe so vor mir stand, musste ich sie natürlich probieren und was soll ich sagen: „Sie schmeckt mir besser, als ich dachte.“ Der Große meinte: „Die kann doch nur gut sein, du hast sie doch gekocht.“ So ein Schmeichler. Auf jeden Fall freut er sich schon auf morgen Mittag.

Am Nachmittag schrieb ich der Nachbarin eine WhattsApp. Sie solle doch mal ihren Mann fragen, ob er mal meine Suppe probieren möchte (sie mag auch nicht so gern Kürbis). Prompte Antwort: „Er ist schon unterwegs“. Ich gab ihm eine Tupperdose mit nach Hause. 5 Minuten später wieder eine WhattsApp. „Schmeckt hervorragend“

Seht Ihr: So klappt es auch mit dem Nachbarn.

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Abschied

Am 17.08.2017 mussten wir von unserem Familienoberhaupt Abschied nehmen. Er hatte das ganz große Glück friedlich einschlafen zu dürfen. Obwohl wir alle sehr traurig waren bzw. sind, ist es gut so, wie es ist und wir sind dankbar, dass wir ihn so lange bei uns haben durften. Am 29.08.2017 haben wir in einer familieären Trauerfeier von ihm Abschied genommen. Selbst die Urenkel waren dabei. Sie sind 6, 10 und 12 Jahre alt. Alle waren sehr tapfer und erzählten so schön von ihrem Uropa. Sie waren auch ganz stolz, dass sie einen Uropa erleben durften.

Nun versuchen wir wieder einen normalen Alltag zu leben, denn die letzten Wochen waren sehr erlebnis- und ereignisreich.

Durchzug eines Regengebiets

Update nach Unwetter: Unsere Stadt sieht aus, als wäre ein Tornado über sie hinweg geweht oder wie nach einem Herbststurm. Blätter, Äste usw. Die Straßen total übersät mit Grün. Heute morgen in Mainz war überhaupt nichts zu sehen. Rüsselsheim muss die Grenze gewesen sein und dann in Richtung Frankfurt a.M. Es waren schon viele Gärntner unterwegs, um Bäume zu schneiden. Die haben erstmal ein paar Tage zu tun.

 

Heute Mittag gegen 14.00 h, wir waren gerade mit dem Mittagessen fertig, wurde es so dunkel, dass man das Licht anmachen musste. Schwarzer Himmel, Wind – nein Sturm, Hagel, ein Gewitter erster Güte und sturzbachartige Regenfälle. Die Baustelle hinter dem Haus stand plötzlich still, kein Flugzeug überflog unsere Region bzw. startete. Ich saß in meinem Sessel und beobachete dieses Schauspiel von meinem Sessel aus. Der Große hatte sich zur Mittagsruhe begeben. Nicht zu fassen, er schlief und hier ging die Welt unter. Nach einer halben Stunde war das Schlimmste vorbei und es regnete so vor sich hin. Wir tranken unseren Kaffee und ich erzählte, was sich draußen so abgespielt hatte. Am späten Nachmittag musste ich ins Erdgeschoß und kam am Terrassenfenster vorbei.  Ach du meine Güte, was war das denn. Es sah aus, als wäre ein Tornado über sämtliche Blumenkästen hinweg gezogen. Blätter, Blüten und von meiner Hängebegonie ganze Blütenzweige verstreut über die Terrasse. Da hieß es erstmal Besichtigung des Grundstücks. Blätter, kleine Äste, Dreck verteilt in allen Ecken. Der Große kehrte die Außentreppe zum Keller und kam mit einem Eimer Kehricht nach oben. Nun haben wir die nächsten Tage erst einmal Aufräumarbeiten zu erledigen. Man hat ja sonst nichts zu tun. Unsere Nachbarin ist immer so stolz auf ihre Balkonblumen. Sie war am Boden zerstört, wie diese aussehen bzw. was davon übrig geblieben ist.

Auf jeden Fall sind keine größeren Schäden zu verzeichnen. Darüber sind wir sehr froh. 50 € für ein paar Blumen kann man da schon verschmerzen.