Mama weisst du noch

…als Oma uns immer einen Adventskalender gemacht hat? Das war schön.“ Das meinte unsere kleine Enkeltochter letzte Tage. Wenn die wüsste, dass Oma die Adventskalender für beide Mädchen schon im Sommer ihrer Mama mitgegeben hat. Ja, ihr lest richtig. Ich fange ja schon immer gleich im neuen Jahr an, Kleinigkeiten für die Kalender zu sammeln. 2 x 24 kleine Überraschungen, gar nicht so einfach, es soll ja auch nicht jedes Jahr dasselbe sein. Als die Familie im Sommer bei uns Urlaub machte, schauten die Tochter und ich einmal in die Schatzkiste und stellten fest, dass bereits 48 kleine Überraschungen darin enthalten waren. Also wurden die Beutelchen zusammengestellt für Groß und Klein, in einen Karton verpackt und für die Abreise bereitgestellt. Man was war ich froh, dass ich das nun aus den Füßen hatte (so sagt man hier).

Die zwei werden sich hoffentlich freuen, wenn es am 1. Dezember losgeht.

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Freudentränen

Gestern Morgen rief unsere Tochter an, fragte nach dem Befinden und was so läuft. Ich wollte natürlich erst einmal wissen, wie es meiner Mausi geht, denn die hatte sich am Abend vorher mehrmals übergeben und konnte auch nicht in die Schule. Nachdem dies alles geklärt war, meinte sie „Mama, ist an Weihnachten eigentlich eure Ferienwohnung frei?“ Ich überlegte und nach einigem Zögern kam dann „natürlich, immer, jederzeit“.

„Ja, weist du, wir können uns alle kein Weihnachten ohne Mama und Papa bzw. Oma und Opa vorstellen und haben beschlossen hier am 26.12. loszufahren, um mit Euch zusammen zu sein“. Ich musste einmal kurz durchatmen, war dann aber wieder gefasst und freute mich riesig. „Ist Papa denn auch da?“ Ja, das war er. Sie stellte die selbe Frage noch einmal. Der Große stutzte und konnte vor lauter Tränen gar nicht antworten, nur ein Kopfnicken brachte er zustande. Dann weinten wir erst einmal alle drei ein paar Freudentränen und besprachen ein paar Einzelheiten. Sie meinte noch, eigentlich wollten wir euch ja überraschen und einfach vor der Tür stehen, aber mit 4 Personen ist das ja nicht so einfach. Es müssen ja die Betten gerichtet werden und der Einkauf sieht gegenüber 6 Personen zu 2 Personen auch ein wenig anders aus. Wir freuen uns riesig. Wir sind dann zu unserem Lieblingseinkaufsmarkt gefahren, aber unterwegs ratterten die Gehirnzellen. Was brauchen wir alles, was müssen wir besorgen, was essen die vier gern. Da haben wir jetzt zu tun, aber das macht gar keine Mühe. Das gibt dem Großen mit Sicherheit auch Auftrieb.

Auf jeden Fall werden wir in diesem Jahr wieder einen schönen Weihnachtsbaum aufstellen. Da werden sich die Kinder freuen. Seit Jahren haben wir keinen mehr im Haus, da wir ja für gewöhnlich Weihnachten in Frankreich verbringen.

Ein weiterer Grund des Besuchs ist noch das Baby der Schulfreundin, Trauzeugin und Patin von Goldlocke, das im Dezember geboren wird. Das wollen die Vier natürlich auch begrüßen und nicht erst, wenn es schon 6 Monate als ist.

Wir sind voller Vorfreude.

 

Man kann ja mal fragen…

und dann noch Erfolg haben.

Vor ein paar Tagen meinte der Große „den dunklen Anzug ziehe ich in diesem Jahr aber nicht an Silvester an. Den habe ich schon auf so vielen Beerdigungen angehabt in der letzten Zeit, da habe ich keine Lust drauf“. Verständlich

Da er noch einen dunklen Blazer besitzt, aber seit dem Rentenalter keine oder nur eine Stoffhose, musste nun eine graue Hose her. Normalerweise fahren wir dafür nach Stockstadt, Richtung Aschaffenburg. Wir sind 40 Minuten unterwegs, Parkplatz direkt vor der Tür und eine Riesenauswahl für alle Figuren, die das Leben so formt. Groß, klein, dick und dünn. Es gibt keine Größe dort, die es nicht gibt. Da haben wir schon Kunden gesehen, man glaubt nicht, dass die etwas zum Anziehen finden.

Der Große hat die Größe 110/114. Groß und schlank. Kaum ein Herrenausstatter hat diese Größen vorrätig oder nichts, was man sich neu zulegen möchte. Im Sommer z.B. gibt es oft schwarze Hosen u.ä.

Als er in der Reha weilte, stellte ich mal einen Einkauf zusammen und bestellte 4 Hosen zur Auswahl. Er war hoch erfreut und voller Erwartung. Zwei Tage nach meiner Bestellung kam von besagter Firma ein Flyer mit Rabattaktionen für Herrenhosen in Höhe von 20%, 15% und 10%. Natürlich zur Vorlage im Modehaus. Nun haben wir uns für 2 Hosen entschieden und 2 wieder zurückgesandt. Gestern habe ich eine freundliche e-Mail an besagte Firma geschrieben. Das wir aus bestimmten Gründen diesmal nicht vorbei kommen können, uns jedoch über einen kleinen Preisnachlass für 2 Hosen freuen würden. Schließlich sind wir ja auch Stammkunden. Am Abend kam eine e-Mail zurück. Man gewährt uns einen Rabatt über 10€. Ich war ganz happy. So ist zumindest das Kürzen einer Hose in der Änderungsschneiderei schon umsonst.

Der Große war total erstaunt, auf diese Idee wäre er gar nicht gekommen und wahrscheinlich hätte er auch nicht gefragt.

Wenn der Postmann zweimal klingelt…..

dann kommen Päckchen von Oma und Opa im Pfarrhaus an der Küste an.

Wenn ich einkaufen gehe, schaue ich immer wieder ob ich etwas nettes für meine Mädchen finde. Bevorzugt mit Glitzer und Steinchen usw. Da wir ja in diesem Jahr nicht mehr gen Westen fahren, musste ich ein Päckchen schnüren mit all den schönen Dingen, die sich über ein paar Wochen hier angesammelt hatten. Glitzer-Leggins, Buch, Schleich-Tiere, Hose, Shirt und Strickjacke für die Große. Was zu lesen von der Sparkasse und als Highlight eine Schildkröte (bei uns werden diese Tiere Schröttötö genannt) vom Weltspartag. Die Tochter bestellte noch etwas bei den Amazonen an unsere Adresse, was noch in das Päckchen hineinkam. Mein bevorzugter Paketdienst ist die Firma DPD hier bei uns vor Ort. Bei denen geht es immer Ruckzuck. Freitag abgegeben. Gestern war es schon da. Auf die Frage was denn da drin sei, antwortete die Tochter „was für dich, was für deine Schwester und eine Kleinigkeit für mich“. Da meinte die kleine Mademoiselle „in den Päckchen ist nie etwas für Papa drin“. Oh man, da hat sie mich doch eiskalt erwischt. Darüber habe ich mir nämlich auch Gedanken gemacht, aber da war das Päckchen schon zugeklebt. Aber dann passierte etwas, was die ganze Familie in Hochstimmung versetzte. Es klingelte noch einmal an der Tür und ein anderer Paketbote brachte ein Paket mit Lebkuchen aus Nürnberg. Da wir wissen, wie gern sie alle diese Lebkuchen essen, haben wir ein kleines Paket von der Firma Lebkuchen Schmi… in Nürberg packen lassen und es direkt dorthin versandt. Das Porto war fast teurer, wie der Inhalt, aber das war uns die Sache wert. Außerdem fahren wir ja nicht hin und das würde entschieden teurer. Die Tochter erzählte mir am Telefon, dass sie Tränen in die Augen bekam, als sie das Wort LEBKUCHEN auf dem Paket stehen sah und war ganz gerührt. Der Paketbote war ein wenig konsterniert und sie musste ihm erklären, was für Köstlichkeiten da drin sind und die Eltern sie aus Deutschland haben schicken lassen. Alle vier riefen ganz laut „Danke Oma und Opa“ in das Telefon. So haben wir alle glücklich gemacht. Auch uns selbst.

Man glaubt es nicht

Ich muss mir jetzt mal ein wenig Luft machen. Der Große hat am 05.10. seine ambulante REHA angetreten. Er wird morgens gegen 9.30 h abgeholt und am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Gestern erster Tag. Ein Fahrzeug der Johanniter kommt ohne vorherigen Anruf (es soll 10 Minuten vorher angerufen werden, damit der Patient Zeit hat sich fertig zu machen oder bereits draußen wartet). So war es gestern. Es kam kein Anruf und da wir pünktliche Menschen sind, gingen wir in unserem Weg auf und ab, natürlich mit dem Telefon in der Hand. Um 9.45 h kommt das Fahrzeug. Der Fahrer meint, ich konnte nicht anrufen, sie haben keine Nummer angegeben. Hääää? Ich erklärte ihm, dass ich gefühlte 10 Formulare und Fragebogen ausgefüllt habe und alle mit sämtlichen Daten und Informationen. Das REHA-Zentrum wollte sogar wissen, woran die Eltern vom Großen gestorben sind. (warum? auch immer) Außerdem erhielten wir am Abend vor REHA-Beginn einen Anruf von dort, ob es noch Fragen gäbe und alles okay sei für den nächsten Tag. Da fragt man sich, woher hatte die Dame unsere Telefonnummer? Auf jeden Fall schrieb ich gestern dem Fahrer unsere Telefonnummer auf seine Liste und es konnte losgehen. Der Große schrieb einmal von dort, dass alles gut klappt, die Therapeuten sehr nett wären und der Arzt zufrieden. Auf der Rückfahrt kam das Fahrzeug in einen Stau, so dass er um 18.15 h wieder zu Hause war. Dazu muss man sagen, im Feierabendverkehr nach Mainz rein und aus Mainz raus ist eine Katastrophe. Heute Morgen sitzen wir noch bei Kaffee und Zeitung da klingelt es. Ein junger Mann steht vor unserem Tor. Ahh der Fahrer der Johanniter. Ich gehe runter und er meint, ich konnte Sie leider nicht anrufen. Ich habe keine Telefonnummer. So…….was denkt ihr jetzt? Mir verschlägt so schnell nichts die Sprache, aber ich konnte erst gar nicht antworten und als dieser Satz sich in meinem Hirn verankert hat, platzte es aus mir heraus. Vorher natürlich eine Entschuldigung, denn der brave Student konnte ja nichts dafür. Er war allerdings hinterher auch sprachlos.

Der Große meinte dann, auf jeden Fall sind die Anwendungen sehr gut und ich freue mich auf den heutigen Tag, da ist es mir egal, wie die an der Anmeldung arbeiten. Schon gut, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, aber in mir brodelt es ganz gewaltig. Wir waren selbst ein Arbeitsleben lang Büromenschen, die zuverlässig und ordentlich gearbeitet haben, oft auch den Boppes aufgerissen, wie man heute so sagt. Das wäre uns mit Sicherheit nicht passiert und wenn dann nur einmal.

 

Was für eine Woche

Die 39. KW 2017 war eine sehr aufregende. Am 25.09.2017 wurde der Große operiert. Er bekam ein neues Hüftgelenk, und zwar links. Nun sind beide Hüften mit Ersatzteilen versehen. Die OP verlief ohne Komplikationen und er war ruckzuck aus der Narkose erwacht. Als ich um 15.00 h ins Krankenzimmer kam, saß er im Bett, als hätte man ihn nicht drangenommen. Begrüßung: „Da bist du endlich. Ich habe Hunger und warte auf die Kaffeestückchen“. Na prima, fängt ja gut an. Ich dachte eigentlich, ich könnte in dieser Woche einiges erledigen. Irgendwie ist die Zeit an mir vorbeigeflogen und plötzlich war sie rum. Meine Nächte waren nicht so gut, da allein im Haus. War immer froh, wenn es hell wurde. Kaffeetrinken, Zeitung lesen, Bad und anziehen, wie immer. Ein wenig Haushalt, Mittagessen vorbereiten oder vorkochen (für schlechte Zeiten). Ein wenig ruhen, telefonieren und gegen 14.30 h ins Krankenhaus bis ca. 17.30 h. Nachmittags noch einmal schnell Garten, damit die Biotonne bis zur nächsten Leerung nicht leer bleibt, immer wieder telefonieren und Freunde und Familie benachrichtigen. Einmal bin nach dem Krankenhaus zur Firma Adler gefahren. Hatte von dort 3 Gutscheine. Was ein Lauf. Ich ging durch den Laden und packte alles in mein Körbchen – gefällt mir – gefällt mir usw. dann Umkleide, von 7 Teilen konnte ich 5 mit nach Hause nehmen. Happy. Am Donnerstag lud ich zwei sehr gute Bekannte anlässlich meines Geburtstages zum Mittagessen ein. Was hatten wir drei einen Spaß (ohne Handy bzw. Smartphone). Dann schnell Blumen heimgebracht und wieder ab in die Klinik. Komme mit Kuchen ins Zimmer, da sitzt der Große und hat schon einen Teller mit Pflaumenkuchen vor sich. Die Frau seines Zimmernachbarn hatte gebacken und die Männer versorgt. Ich bekam auch ein schönes Stück davon. Meinen Kuchen nahm ich wieder mit, den gab es dann am Freitag, da habe ich ihn schon wieder nach Hause geholt. Wir versuchen uns auszuruhen, essen, ein wenig Gymnastik, draußen auf und ab gehen und wieder ausruhen. Die Nächte sind nicht sehr erholsam. Große Wund- und Knochenschmerzen, ein Riesenbluterguss im Bein. Wie sagt man so schön, da muss er jetzt durch. Am Donnerstag beginnt die ambulante REHA in Mainz. Er wird morgens geholt und nachmittags wieder heim gebracht. Da werde ich mal meinen Garten weiterhin auf Vordermann bringen. Es ist nicht mehr viel zu tun, aber ich habe ja nun keine Hilfe, allerdings kann ich mal ein paar Stunden dranbleiben, ohne auf die Uhr zu schauen.

Die Papa/Opa/Uropa-Gedächtnis-Rose

ist da. Sie hat ihren Platz in unserem Garten schon eingenommen. Heute kam auch der gewünschte Obelisk. Da er in Folie anstatt in einem Karton angeliefert wurde, habe ich ihn gleich ausgepackt (obwohl der Geburtstag ja erst nächste Woche ist) und wir haben ihn an Ort und Stelle gebracht. Es sieht so schön aus. Die Nachbarin kam gleich mal raus schauen, was wir da treiben und freute sich mit uns. Sie meinte, wenn sie im nächsten Jahr auf der Terrasse sitzt, hat sie auch etwas davon. Da müssen die Stangenbohnen an anderer Stelle wachsen.

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Abschied

Am 17.08.2017 mussten wir von unserem Familienoberhaupt Abschied nehmen. Er hatte das ganz große Glück friedlich einschlafen zu dürfen. Obwohl wir alle sehr traurig waren bzw. sind, ist es gut so, wie es ist und wir sind dankbar, dass wir ihn so lange bei uns haben durften. Am 29.08.2017 haben wir in einer familieären Trauerfeier von ihm Abschied genommen. Selbst die Urenkel waren dabei. Sie sind 6, 10 und 12 Jahre alt. Alle waren sehr tapfer und erzählten so schön von ihrem Uropa. Sie waren auch ganz stolz, dass sie einen Uropa erleben durften.

Nun versuchen wir wieder einen normalen Alltag zu leben, denn die letzten Wochen waren sehr erlebnis- und ereignisreich.

Unsere Tour ins Ruhrgebiet/Münsterland

Bedingt durch den Anruf meines Bruders und der meiner Schwester, machten wir uns am Mittwoch auf den Weg ins Münsterland. Dort wohnt mein Bruder. Er betreut unseren Vater, der dort in einem Pflegeheim wohnt. Ihm ging es am Dienstag nicht sehr gut, selbst der Arzt meinte, es sähe nicht gut aus. Er hatte seit Tagen nichts gegessen und nur wenig getrunken. So bekam er Kochsalzlösungen und pürriertes Essen sowie hochkaloriesche Speisen, soweit man diese in ihn hinein bekam. Mittwoch zum Mittagessen trafen wir dort ein. Es stand eine Graupensuppe auf seinem Tisch, die er verweigert hat. So ein pürriertes Essen ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Der Pflegekraft gab ich den Tipp mit Pudding oder Obstbrei. Den Pudding reichten wir über Stunden immer wieder, gegen Abend war das Schälchen leer. Donnerstag feierte mein Bruder seinen 67. Geburtstag. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich/wir das letztemal diesen zusammen gefeiert haben. Nach unserem Morgenbesuch bei Papa zeigte er uns ein Hofgut in Haltern am See, bei dem es Mittagstisch und guten Kuchen gab. Bei dieser Gelegenheit löste er einen Gutschein über eine große Torte ein, den seine Tochter im vergangenen Jahr gewonnen hatte. So hatten wir gleich einen schönen Geburtstagskuchen. Eine große Schwarzwälderkirsch-Torte. Die Kaffeetafel war bei meiner Nichte im Garten eingedeckt. So sahen wir die Familie auch wieder einmal, vor allen Dingen die Kinder. Später kam auch noch der Neffe mit Frau und seinen zwei Kindern zum Gratulieren. Es war so schön, dass wir alle zusammen saßen und uns nach längerer Zeit wieder einmal gesehen haben. Die Kinder von unserem Neffen waren ganz erstaunt, dass ihr Opa noch eine Schwester hat. Sie kennen nur unsere kleine Schwester. Am Abend besuchten wir noch einmal unseren Patienten. Er war ganz munter und erstaunt, dass mehrere Familienmitglieder bei ihm zu Besuch waren. Freitag Vormittag noch einmal eine Visite. Er schlief tief und fest, nichts gegessen und getrunken, aber Tropf. Seine Gesichtsfarbe sah richtig rosig aus. Als er wach wurde, freute er sich, uns zu sehen, erzählte irgendetwas (verstanden wir leider nicht) und drückte ganz fest meine Hand. In der Mittagszeit machten wir uns wieder auf den Heimweg. Auf der Autobahn war die Hölle los, viele Baustellen, viele Autos, viele LKW’s. Zum Glück haben wir den Feierabendverkehr um Köln und dann um Frankfurt nicht erlebt. Trotzdem mal kurz im Stau und ganz viel Regen. Nun müssen wir einfach abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Mein Vater ist 89 Jahre alt und sehr dement. Evtl. bekommt er noch einmal die Kurve. Wir sind realistisch. Selbst, wenn es seine letzten Tage sind. Er hatte ein gutes und gesundes Leben. Auch jetzt ist er nicht krank oder hat Beschwerden. Vielleicht kann er in Ruhe einschlafen. Das wünschen wir ihm.

An dieser Stelle möchte ich mal sagen, dass ich meinen Geschwistern sehr dankbar bin, dass sie sich sehr um unseren Vater kümmern. Mein Bruder schaut so gut wie täglich bei ihm rein und meine Schwester nimmt sich am Wochenende oder während ihres Homeoffice die Zeit und besucht ihn. Auch an den Tagen, als wir dort waren, hatte sie sich frei genommen und wir konnten uns sehen, erzählen und kleine Spaziergänge machen. Mittwoch abends lud sie uns zum Chinesen ein.

jungrentnerin

ist nun mit dem Großen allein zu Haus. Heute Morgen musste ich die Kinder um 7.30 h wecken. Sie wollten gar nicht aufstehen. Die große meinte „wenn ich aufstehe, muss ich mitfahren“, die kleine sagte „Oma komm kuscheln, sonst kann ich nicht aufstehen“. So hüpfte ich von Bett zu Bett, redete ihnen gut zu, obwohl ich ja auch traurig war und meine Tränen zurückhalten musste. Der Große ist gar nicht erst in das Schlafgemach der Kinder gekommen, er hat so ein weiches Herz, der wäre gleich zerflossen. Aber wat mut, dat mut. Ich begleitete die Mademoiselles ins Bad und wieder zurück zum Anziehen. Sie aßen mit Müh und Not ein Marmeladenbrot und guckten uns ständig mit traurigen Augen an. Kurz vor 9.00 h war es dann soweit. Die Tochter rief zum Aufbruch. Der Kater bekam seine Reisetablette, versteckt in einer Scheibe Salami und jeder trug noch eine Tasche, oder Rucksack bzw. Stofftiere zum Auto. Vollgepackt bis oben hin. Jeder noch einen dicken Drücker und dann aber schnell los, bevor es zur Überschwemmung kam.Wir sind ganz tapfer zum Haus gegangen und es kam uns eine gähnende Leere entgegen. Vor der Endreinigung der „Ferienwohnung“ gab es noch einen Kaffee, eine Scheibe Brot und unsere geliebte Tageszeitung, die wir in den vergangenen Wochen nur im Stehen und kurz gelesen haben. Danach legte ich los mit dem Waschen der Handtücher, Bettwäsche usw., Putzen der Wohnung und des Kellers (dort stand das Katzenklo). Aufräumen des Hobbyraums (dort haben die Kinder mit der Küche und den Barbies gespielt). Gegen Mittag wärmte der Große einen Eintopf. Wie gut, dass man immer eine Mahlzeit eingefroren hat. Danach konnte ich schon wieder die Betten beziehen, denn in ein paar Tagen kommt der nächste Besuch. Der große Sohn des Schwiegersohnes kommt mit seinem Cousin aus dem Elsass mit dem Fahrrad zu uns. Wir sind gespannt, wie die zwei hier ankommen. Nun machen wir uns ein Fläschchen Wein auf und genießen die Ruhe in unserem trauten Heim.