Hier ist sie nun – Die unglaubliche Geschichte

Unsere jüngere Enkeltochter geht in die Erste Klasse. Einer ihrer Klassenkameraden ist Tom. Vor einiger Zeit war sie bei Tom zum Kindergeburtstag eingeladen. Bei dieser Gelegenheit lernte die Pfarrfrau auch die Eltern näher kennen. Monsieur Jacques fragte dann „wo kommst du her aus Deutschland? Ich komme aus Raunheim bei Rüsselsheim. Oh dann kennst du sicher auch Flörsheim. Ja das kenne ich, aber meine Mama kennt dort jeden Baum und jeden Stein. Sie hat dort auf der Mairie gearbeitet. Interessant.

Er erzählte dann, dass er früher in Perols (Provence) gelebt und gearbeitet hat, der Partnerstadt von Flörsheim. Nun aber in zweiter Ehe mit der Familie in der Charante (Atlantikküste) lebt. Soweit, so gut. An einem Abholtag lernte ich auch Monsieur Jacques kennen. Sehr nett und symphatisch. Er fragte mich gleich, nach dem damaligen Bürgermeiter Dieter W. Natürlich kenne ich den. Einer meiner Lieblingschefs zur damaligen Zeit. Dann müssen sie aber auch den Leiter des Haupt- und Personalamtes Hans Dieter D. kennen. Ja sicher kenne ich den. Und dann fing er an zu schwärmen, wie vor 27 Jahren die Jumelage zustande kam und was er erlebt hat. Ich war ganz aufgeregt und musste dieses Erlebnis sofort per e-Mail meinem ersten Chef in der Flörsheimer Gemeindeverwaltung mitteilen. Er ist mittlerweile seit 14 Jahren in Pension. Wir haben jedoch immer ein freundschaftliches Verhältnis und ich nehme alle 3 Monate an einem Treffen teil, bei dem mehrere Amtsleiter und Kolleginnen/Kollegen zusammen kommen. Hier nun die Antwort auf meine e-Mail:

Liebe Frau B, lieber Herr B,

Helga und ich grüßen Sie und Ihre Familie recht herzlich. Auch hier sind die Pflaumenbäume und der Schwarzdorneifrig am Blühen.

Dankeschön für diese ganz besondere Nachricht – die Überraschung ist Ihnen gelungen. Wir haben uns sehr über

Ihre Begegnung mit Jacques M. und seine Erinnerungen gefreut.

Ich war richtig vor Freude „aus dem Häuschen“ als ich die Aussagen von Monsieur „Secretair generale“ M. las.

Dass er sich noch so gut an uns, an unsere Kinder und unser Haus erinnerte.

Der Besuch der französischen Delegation aus Perols muss 1991 gewesen sein, ich muss es noch einmal nachlesen,

1992 kam es bereits zur Verschwisterung der beiden Städte. Zuvor waren Dieter W., Dr. Dieter J. und Dieter D. in Perols „zur Erkundung“.

Wir hatten beim Besuch der kleinen frz. Delegation mit Bürgermeister Valette und eben Jacques M. einenwunderbaren Abend in der Alten Kirchschule, im Trauzimmer. Bei gutem  Essen (Lammbraten vom Schaf-Kohl) und gutem Flörsheimer und Wickerer Wein, entstand eine heitere und vertrauensvolle Stimmung. Ein Höhepunkt des Abends war, als der Bretone Maigrot in seiner Heimatsprache eine Ballade sang.

Die „Chemie“ stimmte, so dass, wie schon erwähnt, im Mai 1992 in Perols und im Oktober gleichen Jahres inFlörsheim die Jumelage vertraglich – jeweils vor großem Publikum und mit jeweils reichhaltigem Programm besiegeltwerden konnte.

Durch Ihre Nachricht kamen heute wieder die Erinnerungen an Begegnungen mit liebenswerten Menschen, sowohl bei den Besuchen der Flörsheimer in Perols und Umgebung als auch bei den Besuchen unserer französischen Freunde hier in Flörsheim und dem Umland.

Der unvergessene Gilles Rheims sagte 1992 beim Festakt in der Flörsheimer Stadthalle„Gestern waren wir noch Feinde, heute dürfen wir Freunde sein“.

Wenn wir, Helga und ich, in den letzten Jahren auch weniger in Südfrankreich waren, so blieb uns doch immerwieder die Verbundenheit mit diesen Freunden.

Liebe Frau Blankenhaus, Sie haben uns eine ganz große Freude bereitet. Bitte Grüßen Sie Jacques M. ganzherzlich von uns, wir umarmen ihn auf französische Art und wünschen ihm und seiner Familie alles Liebe und Gute.

Vielleicht kommt er mal in unsere Gegend – wir würden uns über einen Besuch sehr freuen.

 Auch für Sie und Ihre Familie einen schönen Aufenthalt in Frankreich und ebenfalls alles Liebe und Gute von Helga und Hans Dieter

Auch ich war nach dieser e-Mail total aus dem Häuschen. Wir haben sie gleich an Monsieur M. weitergeleitet. Da wir uns nun fast täglich an der Schule sahen, wurden immer wieder Erinnerungen ausgetauscht. Mit lieben Grüßen und Wünschen habe ich mich am 6.4. verabschiedet. Monsieur M. engagiert sich nun vor Ort um die Jumelage mit Steisslingen am Bodensee.

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Man glaubt es kaum – Von September bis Juli darf hier kein Rad kaputt gehen

Vergangene Tage haben wir in einem Sportgeschäft in der Nähe eine Badekappe für die kleine Enkelin kaufen müssen, da sie nun auch Schwimmunterricht in der Schule hat. Bei dieser Gelegenheit kauften wir auch einen neuen Rucksack für die Große. Beide Mädels begeistert. Am Nachmittag wollte die Große eine Runde mit ihrem Fahrrad im Garten drehen. Fahrrad total platt. Wir versuchten es aufzupumpen. Am zweiten Tag merkte ich, dass der Vorderreifen ein riesiges Loch im Mantel hat. Man ey, wir pumpen uns nen Wolf. Alla gut, Wir versprechen ihr, uns darum zu kümmern. Bei dieser Gelegenheit, holen wir noch ein Rad eine Nummer größer aus der Garage, ein 24er Rad. Oh das passt ja viel besser zu ihr, ist allerdings auch platt. Steht seit gefühlten 10 Jahren, da die erwachsenen Geschwister schon lang nicht mehr damit gefahren sind. Auch dieses wird aufgepumpt, ohne Erfolg. Die Kleine wird aufgefordert, sich einmal auf das 20er Rad zu setzen, was sie aber entschieden ablehnt und meint, das wäre ja viel zu groß. Nach mehrmaligen Bitten und Betteln probiert sie es und stellt fest, dass sie ja darauf passt. Super, nun haben wir zwei Räder zur Verfügung auf denen jedoch niemand fahren kann. Wir schauen im Internet nach einem Fahrradhändler und finden zwei im Ort. Bei einem steht bis 19.00 Uhr geöffnet. Die Tochter und ich fahren am nächsten Tag nachdem wir die Kinder in Schule gebracht haben, beide Händler ab und stellen fest, dass die Fenster zugehängt und die Türen vernagelt sind. Es hängen Schilder aus, dass erst wieder zur Saison Juli-August geöffnet wird. Nun, wir befinden uns hier in einem Touristenzentrum, in dem die Uhren einfach anders gehen. Keine Touristen, keine Geschäfte offen. Auf jeden Fall kaufe ich für das größere Fahrrad einen neuen Tachometer, weil der andere an dem kleinen Fahrrad erhalten bleiben soll. Ich montiere ihn auch gleich. Als die Kinder aus der Schule kommen, sind sie erstmal enttäuscht, dass wir nichts erreicht haben. Dann allerdings große Freude über den neuen Tacho. Die Tochter recherchiert weiter und stellt fest, dass in dem Sportgeschäft, das wir ein paar Tage vorher besucht haben Räder repariert werden und macht einen Termin. So packen wir beide Räder in ihr Auto (zum Glück ein großes) und fahren am nächsten Morgen abermals in den Nachbarort. Der Mitarbeiter erklärt ihr/uns, dass er einen Kostenvoranschlag macht und wieder anruft. Das hat er auch heute getan. Beide Räder werden morgen früh repariert und einer Inspektion unterzogen. Wenn wir Glück haben, können wir sie am Nachmittag schon abholen, auf jeden Fall Freitag. Halleluja, die Kuh wäre vom Eis 🙂

Wieder mal in France

Seit einer Woche befinden wir uns wieder in Frankreich. Die Fahrt bewältigten wir wieder an zwei Tagen. Alles lief gut und wir freuten uns um jeden Kilometer, den wir uns der Küste näherten. Wir wurden von den Enkelkindern schon sehnsüchtig erwartet.

Wir wohnen wieder im Ferienhaus von Madame Petit und fühlen und sehr wohl. Am Dienstag hatten wir die Gelegenheit, in der Musikschule die Musikgruppen, eine Ballettgruppe sowie einen Chor zu hören/zu sehen. Auch unsere große Enkelin spielte auf ihrer Klarinette. Am Mittwoch morgen trafen wir uns um 10.00 Uhr wieder an der Musikschule, heute sollte die kleine Enkelin ihre erworbenen Klavierkünste vorführen. Schön, dass wir auch einmal dabei sein konnten. Donnerstag Vormittag verabschiedete sich der Schwiegersohn zur Weiterbildung. Die Tage gehen so schnell rum. Mittags werden die Mädels zum Mittagessen nach Hause geholt, um 13.30 h wieder zur Schule gebracht und um 16.30 Uhr wieder abgeholt. Die Zeit dazwischen haben wir genutzt um den Garten auf Vordermann zu bringen, die Garage aufzuräumen, zur Dechetterie (Wertstoffhof) zu fahren, schnell mal einkaufen, ein Ladegerät zu suchen, Bilder aufzuhängen, eine neue Duschstange zu montieren (ich), den Teddy zu operieren und auch zu kochen. Meine Aufgabe war es einen großen Topf Linsensuppe zu kochen, die Mettwürstchen wurden aus Allemagne mitgebracht. An einem Tag gab es eine recht große Poularde zum Mittagessen. Die kann man hier verzehrfertig kaufen. Schmeckt himmlisch. Vom restlichen Fleisch habe ich für den nächsten Tag ein Hühnerfrikasse gezaubert. Dazu gab es Reis. Die Tochter war so begeistert. „Mama, das schmeckt so göttlich“, schon so lange nicht mehr gegessen. Heute Nachmittag haben wir beschlossen unsere Aufgaben bzw. Arbeiten einzustellen und die zweite Woche nur noch gemeinsam zu genießen. Morgen fangen wir gleich damit an. Uns wurde ein Ausflug versprochen mit Mittagessen und evtl. Crepes essen am Nachmittag. Er ist das nachträgliche Geburtstagsgeschenk für den Großen. Er fragt mich ständig, wohin es geht bzw. was wir unternehmen. Ich weiß es doch auch nicht. Überraschung eben. Gestern schlief die Große hier bei uns bzw. bei Oma und heute die Kleine. Sie haben das so akzeptiert. So ist Mama nicht allein im Pfarrhaus und jede hat Oma und Opa für sich allein. So nun muss ich mich auf den Sonntag vorbereiten. Die Zeitumstellung auch nicht vergessen, schließlich bekommen wir eine Stunde gestohlen. Allen die hier vorbeischauen einen schönen Sonntag und einen schönen Frühling.

Schade

dass wir nicht dabei sein konnten. Am vergangenen Wochenende fand der Adventsbasar der Kirchengemeinde unseres Schwiegersohnes statt. Das Thema war nun zum zweitenmal Allemagne (wie beim erstenmal). Vor vier Jahren gab es Stollen, Honigbrot, Bratapfelmarmelade u.a. Die Leute haben die Türen des Temple eingerannt und noch Tage später nach Marmelade und Stollen gefragt. So hat die Pfarrfrau (unsere Tochter) sich bereit erklärt, in diesem Jahr wieder vollen Einsatz zu zeigen. Sie hat Gelees, Marmeladen gekocht. Honig mit Walnüssen angerührt, Stollen und Honigbrote gebacken. Das Highlight war ein von ihr zusammengestelltes Kochbuch mit Rezepten aus unserer Familie. Das wurde ihr sprichwörtlich aus den Händen gerissen. Einige Bücher musste sie auch signieren. Am Samstag-Mittag rief sie ganz aufgeregt hier zu Hause an und berichtete ihrem Papa, was für ein großer Erfolg der Basar war. Die Leute haben um 09.30 h schon vor der Tür des Temple gestanden und auf das Öffnen der großen Tür gewartet. (Mama war einkaufen und bekam nichts mit) Am Abend waren die Tische so gut wie leer. Nur noch ein kläglicher Rest konnte am Sonntag verkauft werden. Wie schön, für alle Helferinnen, Köchinnen, Verkäuferinnen und der Buchhalter/Kassenwart der Gemeinde wird sich über diesen Erlös bestimmt sehr freuen, denn einen Teil der jährlichen Ausgaben muss die Gemeinde selbst aufbringen. Dass wir mächtig stolz auf unser „Mädchen“ sind, brauche ich wohl nicht erwähnen.

Man muss dazusagen, das derartige Basare an der Atlantikküste nicht bekannt sind. (ob woanders, kann ich nicht sagen). Vor vier Jahren gab es diesen zum erstenmal und die Menschen waren begeistert.  Bei uns hier und in der Umgebung, gibt es in jedem Ort einen Weihnachtsmarkt, jeder Hunde- und Karnickelverein macht einen Basar und von den Kindergärten und Kirchengemeinden wollen wir gar nicht reden. Einfach zu viel.

Von Oma lernen

Immer wenn wir an der Küste ankommen und uns einen/oder mehrere Tage eingelebt haben, höre ich „Oma, kannst du mir mal meinen Teddy nähen und die Hose hat auch ein Loch.“ „Mein Teddy hat auch ein kaputtes Bein“. So gibt es immer einen Näh- und Flicktag im Pfarrhaus. Die Mädels schleppen den Nähkasten an. So einen alten, aufklappbaren. Ich besitze auch so einen. Und dann geht es los. So ein Nähkasten ist höchst interessant, was da alles drin liegt. Es wird geguckt, gekramt, wieder aufgerollt usw. Dann ging es los mit nähen. Man nehme eine Nähnadel, einen passenden Faden, der ins Nadeloehr eingefädelt wird und legt los. 4 zusätzliche Augen hängen an meiner Hand und schauen genau zu. Die Hose war schnell erledigt, ein Stück Naht war aufgegangen. Der kleine Teddy Berry hatte eine Verletzung am Bein, die auch ganz schnell erledigt werden konnte. Er hat auch nicht geweint. Aber dann kam die ganz große Aufgabe. Der große Teddy hatte eine Riesenverletzung am Fuß. Das war nicht so einfach. Er brauchte erstmal eine leichte Narkose. Seine Pflegemama hielt den Kopf und die Assistentin redete beruhigend auf ihn ein. Ich erledigte die Nähbarbeit so schnell ich konnte. Dann kam der Patient in den Ruheraum und konnte sich von diesem Erlebnis erst einmal erholen. Wir aßen in der Zwischenzeit zu Mittag. Der Teddy erholte sich schnell und war überglücklich, dass sein Fuß nun wieder angenäht war. Oma war zufrieden, dass sie die beiden Mädels glücklich gemacht hat.

Bei einem Besuch im Ferienhaus meinte die Pfarrfrau „Mama kannst du Motti bitte das Schleifebinden am Schuh zeigen? Das hast du mit Goldlocke auch gemacht. Gesagt, getan.Wir nahmen einen Schuh von mir und ich zeigte es ihr zweimal. Sie probierte 2 – 3 mal und schon war die Angelegenheit erledigt. Jeden Tag übten wir dieses Ritual. Bei diesen Gelegenheiten erinnere ich mich immer an meine Kindheit. Schleifebinden und Uhr lesen habe ich auch bei meiner Oma gelernt.

Schöne Zeit

Wir hatten wieder eine schöne und sehr intensive Zeit an der Atlantikküste mit unserer Familie. Wenn die Kinder in der Schule waren, nutzten wir diese für ein wenig Gartenarbeit, Grünschnitt zur Dechetterie fahren, schnell noch was einkaufen, erzählen, Kaffee trinken oder einfach nur Ruhe genießen. Denn wenn die zwei Mädels um 12.00 Uhr ins Haus gefallen kamen, war es mit der Ruhe vorbei. Begrüßung mit Küsschen und Drückerchen für Oma und Opa, hallo Mama, hallo Papa und dann an den Esstisch. Nach der Mittagspause bin ich ein paarmal mit den beiden zur Schule gelaufen. Was haben sie erzählt, gelacht und immer wieder gesagt, wie schön es ist, dass wir da sind. An zwei Tagen haben sie auch am Nachmittag nach der Schule noch Programm. Musikschule (Noten lernen, Chor, Klarinettenunterricht und Früherziehung die Kleine). Leichtathletik auf dem Sportplatz. Da bin ich auch einmal hingelaufen, um der Großen zuzusehen. Was hat sie sich gefreut, als Oma plötzlich um die Ecke geschaut hat. Wie immer durfte nur ich die beiden jeden Abend duschen, Nägel schneiden, Haare waschen und einmal auch wieder mit in die Wanne steigen. Langsam wird es für 3 Damen ganz schön eng. Aber so lange sie es noch möchten, dass Oma mit drin sitzt, veranstalten wir diesen Badespaß. Einmal im Ferienhaus schlafen, und zwar gleich am ersten Wochenende war auch Programm, mit kuscheln in den Großelternbetten und gemeinsames Frühstück. Was genießen die zwei diese Momente, als wären sie in Urlaub und nicht wir. Einen Morgen klopft es an unserer Haustür und die Tochter steht mit Motti vor der Tür. „Oh, keine Schule?“ „Oma, ich möchte bei euch bleiben, ich habe keine Lust auf Schule“. „Kein Problem, dann bleibst du hier.“ „Mama du kannst gehen, tschüss. Zum Mittagessen sind wir zu Hause“. Da wusste die Mama bescheid und verabschiedete sich wie ein „begossener Pudel“. So bespaßten wir das Kind an diesem Vormittag. Es wurde wieder König und Königin gespielt, gemalt, gelesen und ein zweites Frühstück genossen. Zum Mittagessen trafen wir pünktlich im Pfarrhaus ein. Die Große war bereits aus der Schule da und ein wenig traurig, als sie hörte, dass ihre Schwester den ganzen Vormittag allein bei Oma und Opa war. Dafür habe ich sie dann zu Fuß zur Schule für den Nachmittag-Unterricht begleitet. Das Wetter war in der gesamten  Zeit sehr unbeständig. Höchsttemperaturen lagen bei 23° C, mal Sonne, mal Wolken, mal Regen, mal Wind. Sämtliche Kleidung wurde mindestens einmal getragen. Sogar Socken und feste Schuhe sowie Anorak. Am nächsten Tag ging es wieder an den Strand. Auch unser obligatorisches Muschelessen mussten wir uns gönnen mit Blick aufs Meer und historischen Leuchtturm. Immer wieder schön, wenn auch dunstige Sicht. Der Geburtstag unserer Großen am 01.06. war ein sehr schöner Tag. Es gab morgens ein kleines Geschenk vor der Schule, mittags ein paar und am Nachmittag das große Geschenk. Die Pyramide von Playmobil. Was eine Freude. Die hat sie mit ihrem Papa in 1,5 Stunden zusammengebaut und war so glücklich. Von uns gab es dazu noch den Kameltreiber von Playmobil und viele Geschichten, die wir schon in Ägypten erlebt haben. Zum Mittagessen hatte sie sich Bratkartoffeln mit Speck und Rührei gewünscht und zum Nachtisch Obstsalat. Das Obst haben wir morgens ganz schnell im Nachbarort beim „komischen Apfel“ gekauft. Ab ins Pfarrhaus und ran ans schnibbeln. Nebenbei Kartoffeln gekocht für die Bratkartoffeln. Aus irgendeinem Grund war ich in der Küche allein. Na gut, dann bin ich eben heute dran, dachte ich. Zur Freude aller und meiner ganz im besonderen war, dass an diesem Tag niemand über das Essen gemeckert hat. Was für eine Wohltat. Den Samstag ließen wir dann noch einmal ganz gemütlich ausklingen. Abends Koffer packen, alles bzw. fast alles ins Auto, duschen und ab in die Heia. Am nächsten Morgen war ich schon früh wach und packte noch die restl. Dinge ein. Betten abziehen. Die Schmutzwäsche in den Korb für die Pfarrfrau, alles noch einmal saugen und ab ging die Post. Im Pfarrhaus den Wäschekorb, restl. Lebensmittel abgeliefert und dann mussten wir uns verabschieden. Diesmal rissen wir uns alle zusammen und es flossen keine Tränen. Die Kinder passen da genau auf. „Warum ist der Opa immer so traurig? Ich will nicht, dass er weint und traurig ist.“ Es ging alles ganz schnell, ab ins Auto und unterwegs ein paar Tränen aus den Augen gewischt. Unsere Fahrt nach Hause gestaltete sich sehr relaxt. Das Ibis in Chalons en Champagne war/ist frisch renoviert und hat eine gute Küche. In Homburg an der Saar gibt es eine riesige Jahrhundertbaustelle. Da machten wir an der Raststätte Halt zum Tanken (zur Zeit ist das Benzin in D günstiger als in F) und genehmigten uns eine Currywurst mit Pommes. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Zuhause. Die Nachbarn waren hoch erfreut, dass wir gesund und munter aus dem Auto gestiegen sind.

PS: Bilder gibt es auch noch. Wollte einfach mal diesen Post loswerden. Er steht schon seit  Tagen/Wochen bei den Entwürfen

Muttertag in Frankreich

Gestern konnten die Pfarrfrau und ich uns freuen, es war Muttertag. Die Mädels waren schon total aufgeregt, wann Oma und Opa endlich ins Pfarrhaus kommen. Ihre Mama hatte für mich schon einen kleinen Geschenketisch aufgebaut. Als wir endlich dort ankamen, konnten sie es nicht erwarten, dss wir beide unsere Geschenke auspacken. Der Schwiegersohn war im Gottesdienst, so lange wollten sie auf keinen Fall warten.Die Kleine hat in der Ecole Maternelle für ihre Mama gemalt und gebastelt und war ganz stolz. Die Große ist bereits in der 3. Klasse und ihr Lehrer hat mit den Kindern nichts vorbereitet. Sie war ein wenig traurig. Aber dann kam Omas Geschenkeauspacken. Ich bekam eine Digitalwaage auf der Macarons abgebildet sind, ein Herz mit meinen Mädels und Herzchen die im Wasser schwimmen (ähnlich Schneekugel), wunderbar riechende Rosen aus Nachbars Garten sowie ein Päckchen Macarons, weil ich die so gern mag. Habe mich sehr über die Geschenke gefreut und nachdem ich gefragt wurde, ob ich die Macarons mit allen teile, musste ich mir das erst überlegen. 😉 (Spaß). Natürlich haben wir alle gleich zugegriffen. Zum Mittagessen gab es Pasta mit Lachssahnesoße. Hmmmm lecker und einen wunderbaren Nachtisch. Quark mit Mascarpone darüber pürrierte Erdbeeren mit weißer Schokolade. Die Tochter weiß, dass ich gern Spagetti-Eis esse. Es war so gut. Danach mussten wir erstmal im Garten die Füße hochlegen. Am Nachmittag bin ich mit den Kindern noch einmal zu den Pferden gelaufen. Wir hatten am Morgen Karotten besorgt. Electron, ein ziemlich altes Pferd, das auch nicht mehr sehr gut sehen kann, hat sich sehr gefreut und alle 4 Karotten verspeist. Sein Kumpel Ilios hatte keine Lust und fraß lieber Gras. Wie immer  gingen wir den Nachhauseweg durch eine Straße, in der große Steine am Wegrand liegen, auf die wir klettern und mit Begeisterung runter springen. Das machen wir nun schon fast 6 Jahre, aber es macht ihnen immer wieder Spaß.

Was für ein schöner Tag

mit einem einmaligen Erlebnis. Vor ein paar Tagen erzählte uns der Schwiegersohn, dass er am Wochenende ein deutsches Brautpaar trauen soll, und zwar im Temple in Saint Augustin. „Können wir da mitgehen?“ war meine Frage. „Ja, wir sind sogar eingeladen“.  Nach dem gestrigen Regentag waren wir froh, dass heute Morgen die Sonne schien. Es war sehr warm und 100 % Luftfeuchtigkeit. Die Pfarrfrau, die Enkelinnen, der Große und ich machten uns für 13.00 Uhr zur Trauung auf den Weg.Eine illustre Hochzeitsgesellschaft stand schon vor dem Temple und wartete auf die Brautleute. Der Brautvater erzählte uns, dass er mit seiner Familie seit 25 Jahren in die Charante Maritim in Urlaub fährt und seine jüngste Tochter sich diesen Ort für die kirchliche Trauung ausgesucht hat. Sie hat lange gesucht und recherchiert, um einen deutsch sprechenden Pastor zu finden. Unser Schwiegersohn war sofort bereit, dieses Paar zu trauen. Eine neue Herausforderung, auch für ihn. Eine Trauung in deutsch, ein Abendmahl oder Kommunion direkt im Anschluss an die Trauung. Die Brautleute hatten ihre Familien und Freunde eingeladen, ihre eigenen Musiker mitgebracht. Es war ein fröhlicher und unkomplizierter Traugottesdienst. Nach der Kirche fand der Sektempfang am Strand statt, und zwar in der Nähe vom Phare de la Coubre, wo seit vielen Jahren der Urlaub verlebt wurde bzw. wird. In einem großen Autokorso fuhren wir dorthin. 4 junge Leute hatten mit Getränkewagen kleine Tische und Getränke bereitgestellt. Zu knabbern gab es kleines gebackenes Gebäck. Hier nahm das Brautpaar auch die Glückwünsche ihrer Gäste an. Allerdings war das Wetter nicht so freundlich zu uns. Sehr windig und  sehr kühl. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir fröstelten ein wenig.Die Kinder hatten viel Spaß. Es gab Seifenblasen, sie suchten Muscheln und plötzlich froren sie auch nicht mehr. Um 16.30 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg. Plötzlich gab es auch wieder ein wenig Sonne. Nun hatten wir uns ein gutes Abendessen verdient. Die Pfarrfrau kochte ein schnelles Curry mit Reis, ich kreierte einen schönen Salat. Zwischendrin noch schnell die Kinder geduscht und ab an den Tisch. Beim Abendessen sprachen wir noch einmal über dieses schöne Erlebnis. Wir machten uns dann auf den Weg in unser Ferienhaus. Der Große war sehr tapfer und ist alles gut mitgelaufen. Der Weg vom Parkplatz zum Strand war schon ein wenig beschwerlich. Nun sind wir rechtschaffen müde. Bilder gibt es nächste Tage. Der Große braucht das Laptop um Fußball zu schauen. A bientôt

Überraschung gelungen

Die Checkliste haben wir erfolgreich abgearbeitet. Heute Mittag sind wir gut an der Atlantikküste angekommen. Tochter und Schwiegersohn haben dichtgehalten. Die Mädels hatten absolut keine Ahnung, dass wir kommen. Sie haben uns angeschaut, als wäre Ostern und Weihnachten an einem Tag. Nach ein paar Sekunden dann die übergroße Freude. Ganz viele Küsschen und Drücker. Es war bzw. ist so schön, die kleinen zarten Arme um sich zu spüren. Immer wieder gab es Küsschen heute Nachmittag.